Als Pedelec („Pedal-Electric-Cycle“) gilt ein Fahrrad mit elektrischer Tretunterstützung. Wie ein kräftiger Rückenwind schiebt ein Elektromotor beim Treten zusätzlich mit. Moderne Messelektronik ermittelt die vom Fahrer eingebracht Kraft und regelt, je nach gewähltem Unterstützungsgrad, Motorkraft dazu, in Deutschland gilt hierbei eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Bei Erreichen dieser Maximalgeschwindigkeit regelt die Elektronik den Motor sanft ab. Werden all diese Bedingungen eingehalten, bleibt ein Pedelec in Deutschland frei von Zulassungs-, Versicherungs- und Helmpflicht.
Dem gegenüber ist ein E-Bike ein zulassungs- und versicherungspflichtiges „selbstfahrendes Fahrzeug“, praktisch also ein Elektro-Mofa oder -Moped. In der Zwischenzeit wird jedoch der Begriff E-Bike der Einfachheit halber synonym auch für das Pedelec verwendet.
Unabhängig von Begrifflichkeiten gilt: sobald die Motorkraft unabhängig von der fahrerischen Muskelkraft einsetzbar ist oder auf mehr als 25 km/h beschleunigt, verlangt der deutsche Staat Zulassungsprüfung, Verkehrshaftpflichtversicherung und eventuell sogar Fahrerlaubnis. Schnelle Pedelecs mit maximal 40 km/h durchlaufen gerade herstellerseitig ihre Typ- Zulassungsprüfungen. Riese & Müller und Derby Cycle haben ihre Zulassungen dafür bereits in der Tasche.
Pedelecs sind spätestens seit 2009 in aller Munde. Die Fachpresse und Messen der Fahrradbranche haben das Pedelec zum Produkt des Jahres ausgerufen. Hierfür gibt es einige sehr stichhaltige Gründe:
- Sie sind die erste funktionierende und im täglichen Einsatz praktikable E-Mobilitätlösung
- Sie sind lautlos und optisch von „normalen“ und sportlichen Fahrrädern kaum zu unterscheiden
- In einer Metropolregion wie München stellt das Fahrrad allein schon einen erheblichen Anteil des täglichen Pendlerverkehrs. Durch die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit in Verbindung mit einem anstrengungsfreien Treten kommen unsere Kunden noch schneller, erfrischt und unverschwitzt zur Arbeit
- In touristischen Regionen wie bspw. Garmisch Partenkirchen ermöglichen die kraftvollen Motoren und hohen Reichweiten unseren Kunden genussvoll Ziele zu erreichen, die bisher weit außerhalb ihrer persönlichen Kraft und Reichweite lagen.
- Im Bereich der Gesundheitsbranche haben unsere Kunden die Möglichkeit, schonend für Herz, Kreislauf und Gelenke Bewegung wiederzuentdecken und Mobilität neu zu erfahren
Immer effizientere Antriebe, feinfühligere Steuerelektronik und leichte und potente Akkus haben den Boom der Elektrofahrräder erst möglich gemacht. Alle Motoren-Hersteller entwickeln seit Jahren immer bessere Antriebssysteme und der heute erreichte technische Standard garantiert Genuss, Spass und tägliche Praxistauglichkeit. Oft sind die Zweirad-Antriebe Ableger anderer Konzernkompetenzen, wie bei den japanischen Elektrokonzernen Panasonic. Doch auch Newcomer wie die Österreicher von Gruber Assist werfen ihre Konzepte in den Wettbewerb. Generell liegt die Reichweite mit Motorunterstützung zwischen 25 km (bei stetiger Steigung, auch weniger bei starker Steigung) und bis zu 70 km. Bei mittlerer Kraftzugabe beträgt sie ca. 50 km. Bei einigen Modellen sind standardmäßig zwei nacheinander zuschaltbare Akkus “unauffällig” in Gepäcktaschen untergebracht, hier wird die Reichweite bei mittlerer Kraftzugabe mit über 100 km angegeben. Ein üblicher Akku (10 Ah/24 V) in einem Pedelec (Masse 22-29 kg) hat einen Energieinhalt von 240 Wh. Die Umwandlung elektrischer Energie in mechanische Arbeit erfolgt, abhängig vom Wirkungsgrad des Motors und der Motorsteuerung, unter Wärmeverlust. Typischerweise entstehen hierbei Verluste von ca. 25 %. Somit kann ein Pedelec mit einem 70-kg-Fahrer oder einer Gesamtmasse von ca. 100 kg rechnerisch bei 1,4 % Steigung im mittleren Unterstützungsmodus (Unterstützungsfaktor von 1:1, d.h. die Leistung des Fahrers wird vom Motor in etwa gleicher Höhe hinzugeliefert) 40 km weit mit Batteriestrom fahren. Dies entspricht ca. 560 überwundenen Höhenmetern auf dieser Strecke.
