Beim Antrieb verfolgen die Hersteller ganz unterschiedliche Konzepte. So konkurrieren Nabenmotoren im Hinterrad mit Vorderrad-,  Mittelmotor, der die Kette, und einem Sitzrohr-Motor, der die Kurbel antreibt. Bei Pedelecs ist allen gemeinsam: sie unterstützen nur, treten muss man stets selbst. Dennoch sehen wir in den unterschiedlichen Antriebskonzepten Vor- und Nachteile, die für den Einsatz in den unterschiedlichen Einsatzbereichen relevant sind.


Nabenmotoren

 

So gibt es Nabenmotoren in großer und kleiner Ausführung. Bei der kleinen Ausführung handelt es sich um Motoren mit integriertem Getriebe. Damit wird der gesamte Antrieb deutlich hörbar, die Getriebe sind aber bei "normaler" Benutzung wartungsfrei und erledigen ihren Dienst unauffällig.

 

BionX-Antrieb

 

Die größeren Motoren sind Direktläufer und, da ohne Getriebe, ausgesprochen leise. Sie benötigen aber mehr Strom, insbesondere bei der Bergfahrt,  liefern hier aber auch die höhere Leistung. Neben der höheren Leistung und dem leisen Betrieb haben die Direktläufer einen großen Vorteil: Mit Ihnen ist die sogenannte Rekuperation möglich, also das Wiederaufladen des Akkus bei Bergabfahrten oder beim Bremsen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um KERS, also Bremsenergierückgewinnung sondern der Motors wird als Generator genutzt. Der sportliche Fahrer hat damit auch die Möglichkeit gegen den Motor zu fahren und so den Akku zu laden und gleichzeitig etwas für die Kondition zu tun. Je nach Länge der Bergabfahrt sind so Reichweitenzugewinne zwischen 10% und 40% möglich.


Mittelmotoren


Mittelmotoren übertragen ihre Kraft immer direkt auf die Kette. Hiermit bieten diese Motoren eine sehr harmonische Kraftentfaltung, sprechen sehr schnell und feinfühlig an und bieten, im Gegensatz zu den Hinterradnabenmotoren, die Möglichkeit eine Nabenschaltung zu verbauen.


Panasonic-Antrieb

 

Dies ist insbesondere für den komfortorientierten Fahrer die ideale Antriebslösung. Der Vorteil wird insbesondere in der folgenden Situation offensichtlich:

Sie fahren in eine Steigung hinein und haben nicht rechtzeitig heruntergeschaltet.  Bei einer Kettenschaltung müssen Sie nun aus eigener Kraft so lange treten, bis Sie das richtige Ritzel vorne und hinten gefunden haben. Wer schon einmal unter Last geschaltet hat und  das "Krachen" noch im Ohr hat, weiß, daß das nicht nur der Schaltung schadet sondern auch sehr viel Kraft kostet. Anders verhält sich hier die Lösung Mittelmotor mit Nabenschaltung. Sie können in diesem Fall einfach stehen bleiben und mit ihrer Schaltung in den gewünschten Gang schalten. Das funktioniert bei dieser Technik ohne Treten. Der Motor spricht nun sehr feinfühlig an, so daß Sie lediglich leichten Druck auf die Pedale bringen müssen um anzufahren und das gelingt auch im sehr steilen Gelände. Nachteilig ist hier sicherlich die höhere Belastung der Kette und der Kettenblätter im Vergleich zu den Radnabenmotoren.

 

Für die Vor- und Nachteile der einzelnen Motorenkonzepte klicken Sie bitte hier.

 

Hier im Detail die derzeit führenden Antriebshersteller


BIONX

NABENMOTOR IM HINTERRAD

Von Kanada aus liefert BionX seit 1998 in einen starken, bürstenlosen 250 W-Nabenmotor im Hinterrad unter Verwendung einer Kettenschaltung aus. Dieser Antrieb ist entweder im fertig montierten Fahrrad oder als Bausatz erhältlich. Im Hinterrad misst die Elektronik die Pedalkraft und legt in vier Stufen je 35, 75, 150 oder gar 300 % Motorkraft obendrauf. Das macht den Antrieb bei hohem Unterstützungsgrad richtiggehend giftig. Ein kleines LCD-Display am Lenker informiert über Fahrstufe, Tempo und Unterstützungsgrad. Speziell ist der Rekuperations-Modus: Hier mutiert der Motor zum Generator, bremst und speist die gewonnene Energie in den Akku zurück. Im Mountainbike hat das den zusätzlichen angenehmen Effekt, daß der Fahrer bergab im Rekuperations-Modus deutlich weniger bremsen muss. Die typischen Verspannungen (Arme, Nacken) bei langen Abfahrten werden dadurch deutlich gemindert. Der Lithium.Mangan (Li- Mn) Akku wiegt im von uns angebotenen Mountainbike 3,5 kg und ist am Flaschenhalter angebracht. Alternativ gibt es auch einen Gepäckträger-Akku, der lediglich 2,5 kg wiegt, aber auch eine geringer Leistung hat. Reichweite: bis zu 100 km. Verwendet u. a. von KTM, Diamant, Ibex, Matra, Riese & Müller, Steppenwolf, Wheeler.


GIANT/SANYO

NABENMOTOR IM VORDERRAD

Da der Motor nicht sehr viel größer als ein Nabendynamo ist, fällt der Einbauort im Vorderrad des Giant nicht weiter auf. Der 250 W-Elektromotor dreht etwas lauter als die anderen, ist jedoch ebenso kraftvoll. Und er ist mit allerlei Schaltungen kompatibel. Die Balance ist gut, da die zwei Li-Ion-Akkus (mit 26V- 9Ah, je 2286g) hinten am Träger fixiert sind. Doch das hohe Drehmoment vorn schafft auch Traktionsprobleme. Mit beiden Stromspendern leistet sich Giant gigantische 130 km Reichweite. Das LED-Bediendisplay am Lenker (Ladezustand; Fahrstufe Eco, Normal, Sport; Beleuchtungstaste) wird ergänzt vom An/Aus- und Akku-Wahlschalter rechts. Ein Drehmomentsensor an der Kurbelachse liest die Pedalkraft und regelt die Motorleistung je nach Unterstützungsgrad gleichmäßig zu. Für kurze Strecken kann man einen Akku auch mal zu Hause lassen. Verwendet exklusiv von Giant.


PANASONIC

MITTELMOTOR MIT KETTENAN-TRIEB

Diese Einbauposition erfordert einen speziellen Rahmen. Akku und Motor sind integriert und werden mitsamt Kurbel und Innenlager direkt am Rahmen verschraubt. Das macht die Schwerpunktlage ideal. Der 250-W-Motor greift unhörbar und sanft bis zu einer Rate von 65 Kurbelumdrehungen ins Geschehen ein. Die Kraftmessung findet an der Kurbelachse statt. Sattes Drehmoment im unteren Bereich bringt das Rad in drei Stufen (50, 100, 150 Prozent) schnell auf Touren. Der Motor wirkt auf die Kette und ist kompatibel zu allen Brems- und Schaltvarianten ohne Umwerfer, erleidet aber auch geringe Wirkungsgradverluste. Der Li-Mn-Akku wiegt nur 2430 g, arbeitet mit 26V-10Ah und offenbart seinen Ladezustand an fünf LEDs. Flyer verwendet ein großes, informationsreicheres LCD-, Helkama und Kalkhoff das simplere, aber übersichtlichere Standard-Display mit LEDs. Die mittlere Reichweite liegt bei rund 80 km.

Verwendet u. a. von Helkama Derby

Cycles, Kettler, Winora, Victoria, Flyer.